der zauber des films - zahrada - "der garten" von martin sulik

dieser film ist wahrlich zauberhaft zu nennen, die schönheit liegt oft im einfachen verborgen. und so ist es nicht verwunderlich, dass dieser streifen den ersten preis beim festival des internationalen films 1995 bekam. Der dreißigjährige Jakub wird von seinem Vater vor die Tür gesetzt. Er zieht sich aufs Land zurück in den verwilderten Garten seines Großvaters. Der Garten entpuppt sich als verwunschener Ort voller Überraschungen und Rätsel. Ein magisch-poetischer Film des slowakischen Regisseurs Martin Sulik, mit RomanLuknar, Marian Labuda u.a., Slowakische Republik 1995

 

der garten (zahrada) von martin sulik

Originaltitel:    Zahrada
Darsteller:       Roman Luknár; Marian Labuda; Zuzana Sulajová
Regie:              Martin Sulik
Drehbuch:       Martin Sulik; Martin Lescak; Ondrej Sulaj
Länge:              95 Min. (1 Std. 35 Min.)

voller poesie stecken die szenen des films, welche fast ausnahmslos im garten von jacubs grossvater spielen. dieser, von seinem vater losgelöst, schickt sich nun an, mit den augen eines stadtmenschen diesen garten wieder zu reparieren, das häuschen instand zu setzen und den garten auf vordermann zu bringen. der film ist in kapieteln eingeteilt, und in jedem jkapitel taucht eine andere person auf, welche in jakubs leben tritt. ein philosophierender landstreicher, seine exfreundin, die nachbarsfrau, und nicht zuletzt deren unter ihrer tyrannei zu leidende wunderschöne tochter helena, die wundertätige jungfrau. denn sie versetzt, genau wie dieses unbekannte landleben jacub, der eigentlich lehrer von beruf ist, in höchstes erstaunen. sie schreibt spiegelverkehrt, genau wie jacubs grossvater in seinen von jacub gefundenen tagebüchern.

sie heilt wespenstiche mit blosem urin, sie stellt sich auch gleich mal barfuss in einen grossen ameisenhaufen. sie scheint schon immer hierher zu gehören. und nach und nach ist auch jacub gefangen von der schönheit dieser einfachheit, dieser ruhe und ausgewogenheit. da stört ein bienenschwarm, eine in den zaun geraste touristenfamilie, eine schafherde und der besuch des vaters nur bedingt. dieser, einen kopf kleiner als jacub, streitet sich auf originelle weise mit seinem sohn, er gibt ihm boxhandschuhe und dann boxen sie bis zur erschöpfung, zum schluss schneidet jaacub im garten seinem vater eine glatze.

ein film voller liebenswerter rätsel und symbole und mit der geheimnisvollen helena. der film kommt aus mit einer wundervollen leichtigkeit und poesie und vermag dennoch während des gesamten filmes zu fesseln. und wer das glück hat, diesem film einmal zu begegnen, der schaue ihn sich an! leider recherchiere ich schon seit jahren ohne erfolg. der preis eines prämierten filmes, man sieht ihn einmal auf arte und dann nur noch ab und an in kleinen kinos. als DVD ist er derzeit nur in japan in landessprache erhältlich. in dresden sowie in anderen städten mit alternativen klein-kinoswird er immer mal wieder gezeigt.

Jakob ist ein verträumter Tagedieb, der noch als Mittdreißiger dem werktätigen Vater im Wege steht. Dieser setzt ihn eines Tages vor die Tür, schenkt ihm aber das verrottete Gartenhaus des Großvaters, irgendwo in der tiefsten Provinz. Jakob beginnt, das verwucherte Anwesen herzurichten und den verwilderten Garten in Ordnung zu bringen. Er erhält Besuch von Helena, die unter ihrer tyrannischen Mutter leidet und als verrückt gilt. Aber Helena scheint auch übernatürliche Fähigkeiten zu haben, und sie stürzt Jakob in zunehmende Verwirrung. Durch sie lernt er, die Welt auf eine neue Weise zu erfahren. Er verliert alles, was er hat, aber er findet das Glück. "Ein poetischer Film von liebenswerten slawischem Humor und philosophischer Schlitzohrigkeit. So originell im Ton, zugleich aber so unprätentiös eingebettet in eine tief verwurzelte Tradition des Denkens und Sehens, ist dieser Film eine Freude für Augen und Seele." (Fischer Film Almanach) "Einen Regisseur, der einen verwilderten Garten zum Mittelpunkt seines Films macht, darf man wohl mutig nennen. Und keine schreckliches Geheimnis, keine vergrabene Leiche braucht die Geschichte, um über 100 Minuten zu faszinieren und sich für das Verhältnis zwischen Jakob und der hexenhaften Helena zu interessieren - sowie für wilde Wespen, Ameisenhügel, Fallobst und eine seltsame Schafherde. Herausragend." www.filmladen.at

Man fühlt sich der eigenen, lauten und hektischen Welt enthoben, wenn Jakob zum ersten Mal den verwilderten Garten seines Großvaters betritt. Man möchte fast meinen, wieder ein Kind zu sein, das an des Großvaters Hand durch den Garten geführt wird. Den Zuschauer umfängt ein Zauber von mystischer Art, der von den Dingen ausgeht, die uns umgeben. Den einfachen Dingen, wie auch der Natur. Jedoch haben wir seit langer Zeit verlernt, ihnen auf den Grund zu schauen. Jakob widerfahren wundervolle Geschichten, er trifft die wundertätige Jungfrau, begegnet seinem Vater auf ungewöhnliche Weise und bekommt ein neues Verhältnis zum Wert seines bisherigen Lebens. Er findet endlich den Mut, Dinge zu tun und andere zu lassen. Wenn sich die wundertätige Jungfrau am Ende über den Boden der Realität erhebt, dann ist endlich alles so, wie es sein soll. Man schwebt regelrecht aus dem Kino. www.cybersax.de

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